trostloses Alaska

Ich bin Ich.

Tief verletzt. Fühle mich verlassen – was ich ja auch bin. Verlassen worden. Vor 5 Tagen. Seitdem bin ich verwirrt. Unkonzentriert und mir ist schlecht. Dauerhaft schlecht. Innerhalb von 5 Tagen 5 Kilo runter. Besser als jede Abnehmmethode die das Internetanpreist. Ich kotze wieder. Leider. Ritze mich wieder. Leider. Kratze mich wieder. Leider. Hasse mich wieder. zurecht.

ich will das der Schmerz aufhört. Sinnlose Dates? Widern mich an. Ablenkung? klappt nicht. Ich weiß, nach einer Trennung ist eine Trauerphase normal. Aber ich spüre, wie ich in ein depressives Tief stürzen werde. Das will ich möglichst schnell umgehen.

Ich schreibe überübermorgen Prüfung. Kann aber an nichts anderes denken, als an seine Lippen auf meinem Hals. Ich will ihn eigentlich wieder zurück. Eigentlich auch nicht. Ich bin so wütend auf ihn und möchte ihn auch gleichzeitig küssen. Ist das normal? Oder nur ein schlechter Scherz?

Ich meine, was soll ich mit einem Wixxer Arschloch Hurensohn Lügner, der mich innerhalb von 3 Tagen gegen eine Hure andere austauschte und mich damit zu einer von Vielen machte ?

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trostloses Alaska

Nach langer Zeit..

Nach langer Zeit melde ich mich mal wieder. Ich bin okay. Das ist meine Standardantwort.

Mein Leben läuft. Irgendwie. 

Ich bin noch mit meinem Freund zusammen – aber es läuft mieserabel. Ich liebe ihn, aber es ist keine Verliebtheit mehr.. Eine fast platonische Liebe. Und das schmerzt. 

Aber ich will die Beziehung nicht wegwerfen.. doch fehlt vieles.. 

Nach langer Zeit..

„denk nicht so viel nach“

Dieser Satz ist eigentlich ein guter Rat, für jemanden wie mich. Jemanden der alles zerdenkt. Ich bin dankbar für diesen Rat. und auch für den Folgenden: „Tue nicht das was andere von dir erwarten. Verstelle dich nicht.“

Mich nicht verstellen? Wie soll das gehen? Wer bin ich? Was treibt mich an? Was ist mir wichtig?

Ich lebe in einer Traumwelt. In meinen Tag träumen. Die sind alle perfekt. Aber zerplatzen, sobald ich mich zurück hole und dann verzweifel ich. Ich möchte einfach nur- was möchte ich? Der Gesellschaft gefallen. Was mache ich, wenn ich nicht der Gesellschaft gefallen will? Jemanden gefallen wollen. Meiner Mutter? Meinem Freund? Dir? Ich bestehe aus dem Wunsch nach Anerkennung. Dieser treibt mich an. Was ist wenn ich den abstelle? Dann habe ich nichts mehr. Spaß – was wollen die anderen tun? was macht denen Spaß? Ich würde wieder anderen gefallen wollen. Was macht mir Spaß? Lesen? Was lese ich? Alex seine Bücher um ein Gesprächsthme zu haben. Aber ich mag es auch. Ich lese gerne. Ich habe also etwas gefunden, was ich gerne mache ohne es nur für andere zu tun.

Ich habe grade die Musik ausgemacht, weil ich gemerkt habe, ich mag keine Musik. Ich höre sie für andere. Weil es normal ist. Weil es ablenkt und weil es gesellschaftlich angesehen ist. Ich lasse mich von Musik beeinflussen, lache bei glücklichen Liedern, bin stumm bei traurigen. Aber nicht für mich, sondern weil es von ir erwartet wird.

Sport. Ich mache Sport damit ich nicht fett werde. Damit ich für andere attraktiv bin. Nicht für mich selber. Ich habe damit schon lange aufgehört. Als ich für meine Trainer trainiert habe, um ihnen zu gefallen habe ich aufgehört Spaß daran zu haben. Ich jogge nicht gerne. Turne nicht mehr gerne. Judo… ich geh hin um für eine Freundin der Technikpartner zu sein. Nicht mehr für mich.

Was mache ich für mich? Weil ich es mag? Weinen. Es beruhigt mich. Tag träumen.  Es beruhigt mich auch. Wovon ich träume? Von der Anerkennung anderer.

 

„denk nicht so viel nach“

Absurditäten

Hallo liebes verficktes Schicksal.

Es ist lustig, dass du mir jetzt, mit 21 das schickst, was ich mir mit 16 gewünscht habe. DU weißt, dass ich lange genug mit Alex zusammen bin, um dies nicht einfach so hinzuschmeißen, desweiteren: Ich liebe ihn. Und trotzdem besitzt du die Frechheit, mir jetzt, mit 21 jemanden zu schicken, der all das verkörpert was ich an Ac. und an Robert lieb(t)e ? Damals wäre er ein Traummann gewesen. Jetzt ist er ein Dejavue, ewas was an dem kratzt was ich mal war. Was mein unschuldiges, freundliches, selbstbewusstes Mich berührt. was irgendwo in mir schlummert.

Es ist beschissen. Mein 16 Jähriges Ich käme mit der Situation besser zu Recht als ich jetzt. Ich meine, was ist noch von damals übrig? Meine Träume – ich werde niemals Sportprofi. Mein Interessen – ich werde niemals in die MIkrobiologie gehen. Dafür hab ich mir den NC versaut – Koks, Sex und Liebe war einfach interessanter. Ich werde niemals besonders sein, dafür ist mein Selbstwertgefühl im Arsch, ich bin zu abgefucked und ganz ehrlich? es ist sinnlos. Ich habe lange überlegt, wieder mal einen Beitrag zu schreiben – ich konnte nicht. Ich hatte keine Kraft mehr und wenn ich ehrlich bin: Ich habe immernoch keine Kraft. Ich bin k.o, depressiv, ausgebrannt, mehr ein Zombie als ein Mensch. Alkohol, illegales, Erinnerungen – das ist mein Zeitvertreib. Schöne Tag Träumereien. Schlechte Tag Träumereien. Ich habe mal wieder an Angie gedacht, wie sie mir das Herz brach. Sie war das letzte Mädchen, was ich so nah an mich ranließ, die erste die ich liebte, die letzte die ich liebte. Ich habe versucht zusammen zu fassen, wie viele Frauen ich bisher rumkriegt habe, ich habe schnell wieder aufgehört. Und beim Männer zählen …da gebe ich alleine schon den Gedanken auf. Aber das ist nicht das, worauf ich hinaus wollte. Ich wollte einer intendierten Leserschaft nur mitteilen, dass mich seit einiger Zeit ein Mensch emotional sehr mitnimmt. Dieser Jemand ist meinem besten Freund so ähnlich, dass ich nicht anders kann als vertrauen. Ich erzähle ihm alles was er wissen möchte, aber er möchte eigentlich nichts wissen. Und da bin ich an dem Punkt wo er mich an Ac. erinnert. Er ist der Typ Mensch, welcher alleine glücklicher ist – niemals könnte ihn Gesellschaft glücklicher machen, als er sich selber. Er ist kein Egoist, nein. Er ist einfach zufrieden mit sich selber. Jedesmal wenn ich ihm schreibe, bereue ich es einige Sekunden danach. Er fasziniert mich von seinem Sein her, nur wüsste ich nicht, was ich mit ihm soll. Ich kann ihm nichts geben, da er alleine besser dran ist. Ich bin nihct mal fähig, eine Freundschaft mit ihm zu führen, was ich echt gerne würde. Ich werde niemals genug emotionale Nähe zu ihm aufbauen können, ohne dass ich seine Comfortzone gefährde. Ich komme mir grundsätzlich wie eine Belastung vor. Es tut weh, so über sich zu denken. Doch es lässt sich nicht ändern, er gehört zu diesen Menschen, die Klasse,Selbstbewusst sein, Niveau und all das haben, was ich beneide. Ich wäre gerne so – nur bin ich es nicht. Ich bin das Anhängsel, Mitbringsel dieser Welt.

Unsicher, ein Bluff, eine Show. Ich bin dankbar, für alles was ich habe. Ich bin froh, dass es Menschen gibt die mich, meine Egozentrik und meinen Egoismus ertragen. Ich bin froh, dass Alex an meiner Seite ist. Ich liebe ihn, auch wenn es meine Untergang sein sollte.

Ich bin foh, wenn am Mittwoch meine letzte Prpfung vorbei ist. Ich werde danach direkt zu Alex fahren. Raus aus Kiel. Weg von hier. Weg von jeglichem Dejavue. Einmal bin ich an einem perfekten Menschen kaputt geangen, weil ich nicht genug war, ich möchte das nie mehr erleben. Nie mehr zerbrechen. Ich werde einfach fahren, ohne Abschied. Ich zweifel dran, ob es ihm auffallen würde – ich meine, er ist glücklich mit jeder Freiheit dieser Welt. Jegliche Verantwortung bringt nur schwere mit sich und ich bin schwer. Weswegen ….

es ist sinnlos sich den kopf zu zerbrechen über irrationales, dummes, naives oder sonstiges. ich muss meine fucking klausur schaffen, die ferien überstehen un dann habe ich die liebe meines versifften, abgewrackten lebens bei mir und meine welt ist so perfekt wie sie mit monstern im kopf und dämonen im herz sein kann. so perfekt, dass ich keinen kummer haben. so perfekt, dass ich mich niht täglich in den schlaf weinen muss. so perfekt, dass es okay ist, ein dejavue zum „kumpel“ zu haben und immer daran erinnert zu werden, was man war, bevor man sich verloren hat.

 

Muss ich erst sterben, um zu Leben?“

-outofthedark

 

Absurditäten

Eifersucht

Es nervt mich, wirklich.
Ich will nicht eifersüchtig sein. Schon garnicht wegen sowas. Aber ich fühle mich so ohnmächtig. Kraftlos. Wertlos.
Und es nervt mich einfach nur noch. Klar; abgesehen von dem weib im februar kann er nichts dafür. Aber trotzdem beschäftigt es mich..

Während wir zusammen sind hat er Kontakt zu jeder von Ihnen gesucht.. Ihnen? Seine Exen.

Die eine geht in seine Kurse, die andere fragte er, ob sie auch auf der Wiesenfete ist, die nächste warnte er vor einer Bekannten.. mag sein; dass es alles nichts zu bedeuten hat, aber es verunsichert mich. Ich bin mit ihm aif der Wiesenfete – warum will er seine Ex da haben? Eine, der er die Ewigkeit versprach? Oder warum muss er unbedingt mit der schreiben, die in seiner Klasse ist, wenn ich bei ihm bin? Muss das sein? Scheint so. Also schlussfolgere ich, sie sind ihm wichtig. Und da ich dagegen nicht ankomme – wichtiger als ich.
Ich bekomme – nein halt, ich mache mir das Gefühl, dass ich wertlos bin.. Es macht mich fertig.. ich mache mich fertig..
Also liegt das Problem bei mir – ich bin kaputt.

Was mache ich nur? Was läuft falsch mit mir?

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Diesen Beitrag habe ich vor langem verfasst .. und was ist?  Er fühlt sich immernoch aktuell an.

Was ist, wenn ich nie „gefixed“ werde? Wenn ich es nie hinbekomme.

Eifersucht

Verstehstdu?

Exfreundin – das rät die Psychologin

Journalistin: Warum stört Frauen eigentlich die Existenz der Exfreundin, selbst wenn der Partner sich längst von ihr losgesagt hat?

Psychologin:Frauen wollen meist die „Exklusivrechte“ an einer Beziehung. Begleitet wird dies von der romantischen Vorstellung, Mittelpunkt im Leben des Partners zu sein. Sie wollen Liebe und Verbindlichkeit, wollen begehrt und bewundert werden. Männer tun sich oft schwer mit der Verbalisierung solcher Emotionen und Zugeständnisse. Der Ex wird unterstellt, dass sie das alles schon bekommen hat, was wir uns noch von unserem Partner wünschen und ersehnen. Mit wachsender Sicherheit in der Beziehung wird die Existenz der Ex-Freundin ein immer kleinerer Störfaktor.

Verstehst du es? Zwischendurch war sie mir egal, aber du verunsicherst mich wegen ihr sehr.. so sehr, dass ich überlege zu gehen.

Verstehstdu?

NervenEnde

Ich will nicht eine von vielen sein.. nicht mal eine von zweien.. ich halte das wissen um die Koexistenz neben deiner ex nicht aus. Für dich ist es pille-palle, ein tanz beim abiball, für mich ist es beruhigungspillen schlucken, johanniskraut rauchen und arme aufritzen.. ich bin nervlich am ende, ich sage es nicht nur einfach so.. ich bin kurz davor, dich vor die wahl zu stellen um dann endlich mit gebrochenen herzen abzuziehen.. ich bin so kaputt wie ich seit langer zeit nicht mehr war.. ich weiß, ich bin teils selbst schuld.. aber ich kann nicht mehr..
Ich liebe dich, mehr als alles andere – deswegen überfordert mich das alles. Ich will nicht gehen, aber ich will nicht weiter brechen, daran zerbrechen das die freundschaft zu deiner ex so viel mehr wert ist als ich..

; niemals aufgeben dürfen ist schwer, wobei aufgeben und den goldenen Schuss setzen so leicht ist.

NervenEnde

Unsere Mercedes-Mentalität vergiftet die Liebe

Irgendwann; irgendwo rauskopiert.

„Das Beste oder nichts“ heißt es in einem Werbespot. Dieser Anspruch hat sich längst auch auf unsere Beziehungen übertragen. Sind wir eigentlich verrückt geworden?!

Letzten Monat, Anfang Dezember, hat es richtig gekracht. Ein guter Kumpel von mir hat sich von seiner Freundin getrennt – nach fast sechs Jahren. Wir trafen uns zur Lagebesprechung auf dem Weihnachtsmarkt. „Warum nur?“ fragte ich ihn fassungslos. Und was er mir dann erzählte, schockierte mich, gelinde gesagt: „Es hat mir einfach nicht mehr gereicht. Diese Mittelmäßigkeit. Ich hatte immer stärker das Gefühl, dass da etwas fehlt. Wir hatten eine gute Beziehung, das weißt du. Trotzdem hätte alles besser sein können.“ Nach einem weiteren Glühwein fügte er dann noch hinzu: „Ich musste langsam mal den Absprung schaffen. Ich lebe nur einmal, und ich will, dass dieses eine Mal richtig geil wird, nicht nur ein bisschen geil.“ Der saß. Ich musste das Gehörte erst mal sacken lassen, bevor ich mir langsam einen Reim drauf machen konnte.

Unser ständiges Aus-, Nach- und Verbessern

Ich habe da so eine Vermutung: Wir 20- bis 35-Jährigen haben es verlernt, wirklichzufrieden mit unseren Beziehungen zu sein. Wenn wir denn überhaupt eine Beziehung haben. Wir schleppen eine irrsinnig lange Liste von Ansprüchen an unsere Partner mit uns herum. Aber in Wirklichkeit, das ist meine zweite Vermutung, richten sich diese überzogenen Ansprüche an uns selbst. Denn wir sind eine Generation von Selbstoptimierern, die übers ständige Aus-, Nach- und VerBESSERn eine wichtige Sache vergessen: Einfach mal zu sagen „Mein Leben und meine Beziehung sind schon gut genug! Mehr darf, muss aber nicht unbedingt sein!“

Bei Schiller hieß es im Lied von der Glockenoch: „Drum prüfe, wer sich ewig bindet, ob sich das Herz zum Herzen findet!“ Heute lautet es verballhornt wohl eher: „Drum prüfe, wer sich ewig bindet, ob sich nicht was Bessres findet!“ Es ist ein bisschen wie beim tindern: Warum einen Chat mit dem neuen Match starten, wenn da gleich ein noch hübscherer Kerl kommen könnte?

Die Mercedes-Mentalität: Das Beste oder nichts!

In der Mercedes-Werbung heißt es: Das Beste oder nichts. Das ist ein ziemlich hoher Anspruch. Das Problem ist aber: Wir sind keine Autos, sondern „nur“ Menschen. Wenn wir die Mercedes-Mentalität auf den Bereich der Liebe übertragen, können wir langfristig nur scheitern und unglücklich werden.

Viele von uns suchen heute nicht mehr den richtigen und passenden Partner, kurz: einenguten Partner, sondern nach DEM EINEN Partner. Aus Mr. & Mrs. Right wurden Mr. & Mrs. Perfect. Gesehen hat die zwar noch niemand – außer in unseren Traumwelten. Aber das macht nichts. Solange man fest dran glaubt und nicht aufgibt, werden sie sich eines Tages schon finden, hoffen wir.

Wir sind im Optimierungswahn gefangen

Sich selbst zu finden und zu verwirklichen war noch vor kurzem der Anspruch und Luxus einer Generation, die genügend Zeit neben dem Arbeits- und Familienleben fand, das eigene Ich in den Blick zu nehmen und sich auch für Dinge wie Persönlichkeitsentwicklung, Selbstfindung oder Spiritualität zu begeistern.

Heute, so scheint es mir, treiben wir diese Entwicklung auf die Spitze und drohen dabei den eigentlichen Sinn aus den Augen zu verlieren. Wir sind nicht mehr Selbstverwirklicher (was gut ist), sondern Selbstoptimierer. Wir wollen uns nicht einfach nur selbst entdecken und erkennen, sondern immer weiter verbessern und perfekt machen. Als seien wir und unsere Mitmenschen ein Produkt, das geupdatet werden kann und muss. Ein Produkt, das so, wie es gerade ist, defizitär ist.

Wir pimpen unsere Xing-Profile

In der Multioptionsgesellschaft mit ihren unbegrenzten Möglichkeiten ist Selbstverwirklichung äußerlich so leicht wie nie zuvor. Aber in uns gärt ein (Selbst-)Optimierungswahn, der uns längst nicht mehr guttut. Wir pimpen unsere Xing-Profile, twittern, dass unser Kind eine Eins in Mathe geschrieben hat und geben auf Facebook mit unserem neuen Partner an. Seht her, was ich alles erreicht habe! Seht her, wie gut es mir geht!

An all dem ist im Prinzip nichts verkehrt. Es ist toll, wenn es uns gut geht. So soll es sein. Was bei vielen jungen Menschen die täglichen Freuden und Erfolge schmälert, ist aber eben gerade jener Stachel im Fleisch, der uns schmerzhaft signalisiert: „Gut gemacht, bravo! Aber jetzt geht’s weiter, das war noch nicht alles, du schaffst noch mehr, viel mehr!“ Momentanes Glück und Erfolge werden zu Etappenzielen degradiert.

Genug reicht uns nicht mehr

Überall hört man heutzutage das Stoßgebet „Ich will doch einfach nur glücklich sein!“ Ja, aber mal nachgefragt, warum sind wir dann – im Großen und Ganzen – nicht glücklich, oder meinen zumindest, dass wir noch viel glücklicher sein könnten? „Ich will doch einfach nur glücklich sein“: In diesem Satz klingt eine Sehnsucht nach Einfachheit und Leichtigkeit an. Und zugleich schwingen da reichlich Frust und Reue mit. „Hätte ich damals doch bloß…“

Eine Antwort auf die Frage, warum wir nicht „restlos glücklich“ sind, fällt nicht leicht. Auch die Wissenschaft hat inzwischen erkannt, dass der Wohlstand in der westlichen Welt in den vergangenen Jahrzehnten zwar kontinuierlich gestiegen ist, die Lebenszufriedenheit aber stagniert oder – so einige Studien – sogar abnimmt. Und das, obwohl wir immer mehr haben: Besitz, Wissen, Wahlmöglichkeiten.

Spießer-Romantik? Da geht mehr!

Vielleicht ist das im Bereich der Liebe so, weil wir immer höhere Ansprüche an unseren Partner stellen. Nach außen hin mag das vielleicht nicht so aussehen. Da wünscht man sich (perspektivisch) das Einfamilienhaus am Stadtrand mit zwei supersüßen Kindern und einem Partner, an dessen Seite man gerne einschläft und aufwacht. Das klingt relativ unspektakulär, durchaus realistisch und ein bisschen nach Spießer-Romantik. Aber wenn uns das gefällt – warum gehen wir diesen Weg nicht einfach, ohne dabei ständig zu maulen, zu nörgeln und zu meckern? Weil es uns eben doch nicht reicht. Wir wollen mehr. Im großen Ganzen und im Detail.

Von der Liebe in Zeiten der Generation Maybe

Zufriedenheit ist zu wenig

Das Beste in der Liebe oder nichts? In Anlehnung an einen anderen bekannten TV-Werbespot kann die Antwort nur lauten: Sind wir eigentlich verrückt geworden?!

Was viele von uns heute leben, ist eine irrwitzige Mischung aus sozialverträglicher Hysterie und rigorosem Perfektionismus. Die Heirat der Generation Selfie mit der Leistungsgesellschaft. Das Ergebnis ist ein riesiger Krampf, der sich leider auf immer mehr Beziehungen überträgt. Wir sind bunt, liberal, offen, ultraindividuell und gleichzeitig sind wir Maximierer, Optimierer, Perfektionierer. Das Selbst wird sowohl stilisiert als auch optimiert. Ich will uns nicht alle über einen Kamm scheren. Das wäre unfair. Es gibt sicherlich viele Gegenbeispiele. Aber es handelt sich eben doch um einen Trend. Die Frage ist, wie lange das noch gutgehen kann, ob es wirklich immer schneller, höher, weiter geht.

Best Catch oder Hampelpampel?

Der optimale Partner wäre optimal. Logisch. Das Problem ist nur, dass davon draußen nicht allzu viele herumlaufen. Selbst wenn einer mal dem eigenen Anspruch zu entsprechen scheint, lehrt uns der zweite oder dritte Blick eines Besseren.

Und doch sind wir alle ja weiterhin nur Menschen. Das werden wir nicht los. Die meisten von uns haben ein ausgesprochenes Bindungs- und Nähebedürfnis, das uns irgendwann selbst dann in die Arme eines Partners treibt, wenn wir ihn nicht als Best Catch betrachten. Ein bisschen rosarote Verliebtheit, ein bisschen schöne gemeinsame Zeit, vielleicht das laute Ticken der biologischen Uhr – und schon ist der innere Kritiker („Du sollst dir nicht irgendeinen Hampelpampel suchen, sondern den Traumprinzen!“) besänftigt. Zum Glück! Sonst gäbe es wohl keine Menschheit mehr.

Nur leider überträgt sich heutzutage diese biologisch und psychologisch völlig Sinn machende Zufriedenheit mit ihrer Mentalität des Gut-Genug und Völlig-Ausreichend nicht mehr nachhaltig auf unseren Beziehungsalltag. Schnell wird gemurrt und genörgelt. Zweifel keimen auf; und gegen Zweifel ist bekanntlich kein Kraut gewachsen. Ist etwas kaputt, wird es nicht repariert, sondern ersetzt. Nach Möglichkeit durch etwas Besseres. Wir konsumieren die Liebe allzu oft, statt sie einfach zu leben.

Das Zeitalter der unüberschaubaren Möglichkeiten

Der amerikanische Psychologe Barry Schwartz hat das mal in einem TED-Talk schön ausgedrückt: Als er jung war, gab es – überspitzt gesagt – nur eine Jeansmarke. Die Jeans saß dann vielleicht nicht immer perfekt und sah vor allem immer gleich aus. Und doch hat es ihn Jahre später nicht glücklicher gemacht, als es in den Stores plötzlich hunderte verschiedene Modelle und Arten zu kaufen gab: acid washed, aged, anti fit, antik-denim, authentic, baggy, bartack, bell bottom, belt loop, black denim, bleached, blue denim, bomber washed, boot cut und so weiter, und so fort. Er sehnte sich nach dem Zeitalter der überschaubarenMöglichkeiten zurück.

Damit will ich nicht sagen, dass wir uns mit Schlechtem oder Mittelmaß zufriedengeben sollten. Ganz und gar nicht. Hätten unsere Vorfahren das getan, würden wir wohl immer noch auf Bäumen rumklettern. Schwartz will etwas anderes deutlich machen. Viel, viel, viel Auswahl zu haben und gleichzeitig nur das Beste zu wollen, kostet uns eine Menge! Wir müssen vergleichen, testen, bewerten. Das ist megaanstrengend. Und wir sind frustriert, wenn wir mal „suboptimal“ wählen (was nicht zuletzt angesichts der riesigen Auswahl unvermeidlich ist). Schnell quält uns das Gefühl von Reue. Hätte ich früher doch nur… Dann würde ich jetzt… Für dieses Phänomen haben sich Wirtschaftswissenschaftler sogar einen Begriff ausgedacht, schön sperrig, aber treffend: Opportunitätskosten.

Die Angst vor der Imperfektion

In meinem Freundeskreis und bei mir selbst entdecke ich immer wieder folgendes Phänomen: Wir haben Angst vor der eigenen Imperfektion (Nicht-perfekt-sein) und sehnen uns gleichzeitig danach, sie endlich einmal zeigen zu dürfen. Diese Zerrissenheit wird derzeit auch in der Werbekampagne einer bekannten Modekette aufgegriffen. Stichwort „ImPerfect“.

Heißt es nicht immer: Ich möchte einen Partner, der mich so akzeptiert, wie ich bin, der alles an mir annimmt, meine hellen und meine dunklen Seiten? Ein Partner auf Augenhöhe, der nicht perfekt ist, genauso wie ich selbst. Ein Partner, an dessen Seite ich wachsen kann und er mit mir. Ein Partner, dessen Liebe mir hilft, mich langsam immer mehr mit mir selber auszusöhnen und die Schönheit meines Menschenlebens zu genießen. Klingt gut. Nur irgendwie haben wir Angst vor den dunklen Seiten, vor der eigenen und fremden Imperfektion.

ja, gibt es eine gute beziehung denn wirklich nur bei mr. & mrs. perfect?!

Vor kurzem wurden wir von dem Journalisten Oliver Jeges als Generation Maybe charakterisiert. Maybes sind Zauderer, Aufschieber und Hosenscheißer, die nur äußerst ungern Verantwortung übernehmen oder große Entscheidungen fällen. Da mag was dran sein. Vielleicht sind wir ja auch gerade deswegen so unentschlossen-mutlos, weil wir uns chronisch mit unseren eigenen überzogenen Ansprüchen an uns selbst, unseren Partner, die Umwelt und das Leben überfordern. Möglicherweise, weil wir eben eine tiefe Angst vor unseren eigenen Schattenseiten und Schwachstellen haben, die wir uns so ungern eingestehen, geschweige denn zeigen.

Wir sind keine Supermänner und Superfrauen

Also optimieren, kompensieren, suchen und streben wir – nach dem Optimum. Erst das Beste bringt uns zur Ruhe und verspricht Erlösung. Was dabei auf der Strecke bleibt, ist die urmenschliche Fähigkeit, sich fallenzulassen, hinzugeben, zufrieden zu sein und Ja! zu unserem eigenen Leben zu sagen – mit allem Guten, Mittelmäßigen und Schlechten darin.

Wir sind keine Supermänner und Superfrauen, denen nur das „Perfekteste“ (das Wort gibt’s nicht!) genug ist. Das Beste kann niemals Maßstab sein. Das Beste ist nicht normal. Das Beste ist eine Ausnahmeerscheinung. Und darüber müssen wir gar nicht traurig sein. Wir können es wie ein Ideal anstreben, aber wir sollten aufpassen, es nicht zu unserem Fetisch zu machen.

Wo sind eigentlich die Menschen geblieben?

Der Preis des Optimierungswahns in der Liebe sind Verunsicherung, Einsamkeit und Unzufriedenheit. Gleich, ob wir die Gründe hierfür aufs Außen (die Männer, die Frauen, die Gesellschaft…) schieben oder bei uns selbst suchen: Wir nehmen uns hierdurch das Glück, das wir bereits hatten und das an sich völlig ausreichend gewesen wäre für ein zufriedenes Leben.

Was können wir tun? Wir könnten langsam mal wieder damit anfangen, Zufriedenheit zu kultivieren. Zufriedenheit ist eine zarte Pflanze, die viel Pflege braucht und verdammt langsam wächst. Aber mit Geduld blüht sie – und das länger als einen Sommer.

manchmal geht nicht mehr; und das ist gut so

Wie wäre es mal statt des ständigen Aus-, Nach- und Verbesserns mit einem gemeinsamen Gestalten? Statt die ideale Liebe zu suchen, damit, die Liebe vor unserer Nase wirklich-wirklich zu genießen und zu leben? Statt uns und andere durch überzogene Ansprüche ständig abzuwerten, damit, unser Herz zu öffnen und darauf zu vertrauen, dass gut genug völlig ausreichend ist? Damit, uns mal wirklich einzulassen und die Herausforderungen anzunehmen, die der Liebesalltag mit sich bringt, statt den Partner beim ersten Sturm auszutauschen oder auf den Prinzen auf weißem Ross zu warten?

Seid mal zufrieden und liebt euch einfach

Und klar: Was soll jemand mit riesigen, nicht zu erfüllenden Ansprüchen auch anderes tun, als zu verkrampfen und zu resignieren? Über 99 Prozent derer, die als Lebensziel eine dreigeschossige Villa an der Côte d’Azur haben, werden an diesem Anspruch scheitern, obwohl sie vielleicht das Potenzial hatten, es zu schaffen. Und genauso werden auch über 99 Prozent derer scheitern, die sich auf die Suche nach Mr. & Mrs. Perfect begeben. Sie scheitern nicht an der Realität, sondern an ihren eigenen Ansprüchen. Und sie sind selbst für ihr Scheitern verantwortlich. Selber schuld.

Statt uns zu binden und anzufangen, eine „einfach schöne Beziehung“ gemeinsam immer weiter zu gestalten, lieben wir es rumzuträumen und zu phantasieren, machen wir alles andere, außer voll und ganz da zu sein, uns zu positionieren und zu bekennen. Tim Bentzkos Song Nur noch schnell die Welt retten drückt das schön aus: „Ich wär so gern dabei gewesen, doch ich hab viel zu viel zu tun, lass uns später weiterreden“. Aber wir müssen gar nicht immerfort fliehen und ausweichen. Nur Mut! Die Welt wird durch eine „nur“ gute Beziehung nicht untergehen. Im Gegenteil.

Beziehungsflüchtling plus Romantikerin – kann das gut gehen?

Unsere Mercedes-Mentalität vergiftet die Liebe